Anker in einer stürmischen Zeit

In der katholischen Kirche in Imsbach und Winnweiler sowie in der Kreuzkapelle in Winnweiler finden regelmäßig Taizé-Gebete statt. Die JUKI-Gruppe aus Winnweiler, unter Leitung der Pfarrleiterin Gabriele Heinz, organisieren die Gebete abwechselnd mehrmals im Jahr. Diese     finden in verschiedenen Kirchen statt, und lange bevor die ersten Besucher kommen, sind sie vor Ort und bereiten alles vor, denn es gibt einiges zu tun. Um die Taizé-Gebete möglichst ansprechend zu gestalten, werden starke Strahler in vielen verschiedenen Farben platziert und sorgen für eine geradezu außergewöhnliche Beleuchtung im Innenraum jeder Kirche. Die nötige Technik dafür stellt das örtliche JUKI-Mitglied Julian H., zusammen mit einer Menge an handwerklichem Geschick, zur Verfügung. Brennende Kerzen und kleine Teelichter in den Reihen der Bänke lassen jedoch nicht jene Besinnlichkeit und Ruhe vergessen, welche zum Nachdenken und Überlegen anregt. Das Taizé-Gebet beginnt mit einer kurzen Ansprache von Gabriele Heinz. Der Unterschied zu einem normalen Gottesdienst ist, dass die zwischen den Liedern und Gesängen stattfindenden Lesungen, Gebete, und manchmal auch kleine Geschichten, von Freiwilligen vorgetragen werden. Immer wieder herrscht aber auch einfach nur Stille in der     Kirche, welche jeder Anwesende mit seinen eigenen Gedanken und Gebeten füllen kann. Nach etwa 45 Minuten Abseits von Lärm und Stress des Alltags, finden sich anschließend alle in einer kleinen Gruppe an der Kirchentür oder im Altarraum zusammen. Kleine Leckereien wie Tee und Kekse stehen für die Besucher bereit. Die Taizé-Gebete nehmen im alltäglichen wie kirchlichen Leben einen kleinen, aber besonderen Platz ein. Da ein Termin lediglich mündlich, über das örtliche Pfarrblatt oder, falls vorhanden, über das Gemeindeblatt kommuniziert werden kann, ist die Zahl der Kommenden überschaubar. Jene jedoch, die einmal dabei waren, trifft man in Zukunft noch öfter an. Denn das Taizé-Gebet füllt die Lücke zwischen Gottesdienst und Alltag, ermöglicht das stille Besinnen auf sich selbst und gibt einem die Ruhe, in eine Welt, frei von Hektik, einzutreten.

Text: Tizian Hoffmann